Wer sich selbständig macht – macht einen großen Schritt in eine bisher unbekannte Welt.  Da sind Ängste ganz normal - gehören quasi dazu. Nachdem der Businessplan erstellt und tragfähig ist – wird es ernst. Die Entscheinung steht: Ich mache mich selbständig!!! – und schon kommt die erste Panik auf.

Was ist, wenn ich keine Kundinnen oder Kunden finde?

Damit das nicht passiert, haben Sie klar beschrieben, wer die zukünftigen Kundinnen und Kunden sind, und wo Sie diese Kunden finden. Sie haben sich angeschaut wie Ihre Wettbewerber um Kundinnen und Kunden werben. Was Ihnen davon gefällt, können Sie übernehmen. (Inspiration ja – kopieren nein.)

  • Ihre Kunden sind im Internet unterwegs – dann ist eine Homepage eine unverzichtbare Grundlage.

  • Was wollen Sie mit Ihrer Homepage rüberbringen?
  • Welche Wünsche und Erwartungen haben Ihre Kundinnen und Kunden?
  • Wie werden Sie diese Wünsche erfüllen?
  • Was genau ist das Besondere an Ihrem Angebot?
  • Wie kann ich mit Ihnen in Kontakt kommen?

Mit diesen Anforderungen können Sie gezielt nach einer professionellen Hilfe suchen. Sparen Sie nicht an der falschen Stelle. Möglichst nicht Family and Friends, aber auch keine abgehobenen Marketing-Sprechblasen. Halten Sie es für den Anfang einfach und übersichtlich. Später können Sie immer noch entscheiden, ob Sie es irgendwann selbst machen wollen.

Wenn Sie technisch fit sind, können Sie es natürlich von Anfang an selbst machen.. Nur eine Homepage zu haben, wird nicht ausreichen. Bis Sie bei Google auf Seite eins sind wird es dauern.

  • Ihre Kunden sind bei Facebook, Instagramm, Xing, LinkedIn – dann sollten Sie auch auf diesen Plattformen präsent sein. Regelmäßige Posts und Beiträge sind eine gute Möglichkeit Aufmerksamkeit zu erhalten

  • Sie arbeiten lokal – dann können auch Zeitungsanzeigen ein guter Weg sein.

  • Suchen Sie nach Netzwerken (digital und analog), auf denen sich auch Ihre Kundinnen und Kunden aufhalten.

  • Mit wem können Sie eine Kooperation eingehen?

  • Sie können Vorträge halten, Blogartikel schreiben, ….

Viele meine Klientinnen und Kunden verbrennen Zeit. „Ich kann ja noch nicht Kontakt zu Kunden suchen – meine Internet-Seite ist noch nicht ganz fertig“ – prima Ausrede, aber kein Grund nicht online zu gehen.

Ja, jetzt gibt es eine Homepage mit Ihrem Foto. Vielleicht werden einige Menschen Ihre Homepage nicht gut finden – Hauptsache sie gefällt Ihnen und Sie haben den richtigen Ton gefunden. (Konstruktives Feedback ist natürlich jederzeit willkommen) Haben Sie den Mut, nicht alles perfekt zu machen – einfach anfangen. Um es auf den Punkt zu bringen: Sie müssen raus in die Welt Ihrer Kundinnen und Kunden. Sie müssen sichtbar werden. Wer Sie nicht kennt, kann auch nichts bei Ihnen kaufen.

Sicher es wird eine Weile dauern, bis die erste Kundin, der erste Kunde da ist. Das gilt es auszuhalten. Die eigene Vertriebs- und Marketingstrategie sollten Sie regelmäßig überprüfen.

  • Was funktioniert?
  • Was funktioniert nicht?
  •  Warum funktioniert es nicht?
  • Was kann ich anders machen?

Das Thema Kundensuche haben nicht nur „neue“ Unternehmerinnen und Unternehmer. Es bleibt eine Aufgabe, denn Kunden kommen und gehen.

Was ist, wenn ich kein Geld einnehme?

Kein Geld einzunehmen ist eine der häufigsten Ängste, und nicht nur Neulinge werden mit dieser Angst konfrontiert. Rücklagen bieten Sicherheit. Ganz ohne Eigenkapital ist eine Gründung schwierig, aber nicht unmöglich. Besser ist es wenn Sie privat etwas zurückgelegt haben, um die ersten Monate zu überbrücken.

Sie sind arbeitslos und wollen ein Unternehmen gründen? Dann können Sie einen Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen. Sie erhalten bis zu neun Monate lang Geld auf Ihr Konto. Dieser Zuschuss muss rechtzeitig vor der Gründung beantragt werden. Die Agentur für Arbeit kann einen Antrag ablehnen, wenn das Konzept nicht überzeugt oder Sie den Antrag zu spät einreichen. Sie dürfen auf keinen Fall schon offiziell mit dem Business gestartet sein. Diesen Zuschuss müssen Sie nicht zurückzahlen. Er soll Sie nicht darin hindern, Geld mit Ihrem Unternehmen zu verdienen.

Sollten Sie sich aus der Arbeitslosigkeit selbständig machen, können Sie sich auch freiwillig versichern. Das lohnt sich aber nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen – also genau hinschauen.

Je nach Bundesland gibt es noch zusätzliche unterschiedliche Programme für Gründerinnen und Gründer. Mal handelt es sich um Zuschüsse, manchmal sind es Förderungen in Form von Krediten. Anders als Zuschüsse müssen Sie Kredite mit entsprechenden Zinsen zurückzahlen. Diese Kredite bleiben erhalten, auch wenn Sie Ihr Unternehmen schließen. Also auch hier genau hinschauen.

Endlos sollten Sie kein Geld in Ihr junges Unternehmen pumpen. Wenn nach etwa sechs Monaten absehbar ist, dass Sie kein Geld einnehmen, sollten Sie sich selbstkritisch fragen:

  • Habe ich genug getan, um Kunden zu gewinnen?
  • Hat sich der Markt verändert?
  • Muss ich mein Konzept ändern?

Im Zweifel sollten Sie ernsthaft über eine Geschäftsaufgabe nachdenken.

Die Angst kein Geld einzunehmen, hat sich bei mir im Laufe der Zeit abgebaut. Wichtig bleibt – wenn das Geschäft gut geht – Reserven zurücklegen.

Wenn ich was falsch mache bei Steuern oder Buchhaltung?

Sie sollten sich mit dem Thema beschäftigen. Allein schon um einen Überblick über Ihre geschäftliche Situation zu behalten.

Steuern

Der erste Schritt ist das beantragen einer Steuer-Nummer beim zuständigen Finanzamt. (Wohnort oder Geschäftsort). Das geht unkompliziert über das Elster-Portal https://www.elster.de/eportal/start - Sie müssen sich registrieren und schon kanns losgehen. Die Steuer-Nummer brauchen Sie für Ihre Rechnung.

Als Unternehmerin oder Unternehmer sind Sie dafür verantwortlich, rechtzeitig Umsatz-Steuern zu zahlen. Auch die Umsatzsteuer-Voranmeldung können Sie über Elster erstellen.  Für Ihre unternehmerischen Ausgaben und Einnahmen brauchen Sie ein Geschäftskonto. Entweder ein zweites Konto bei Ihrer Hausbank oder bei einer anderen Bank. Es lohnt sich auf die Kosten zu achten.

Buchhaltung

Als Selbständige oder Selbständiger sind Sie Voll-Kauffrau /-mann und zu einer ordentlichen Buchhaltung verpflichtet. Gewöhnen Sie sich  am besten gleich daran, Ihre Belege geordnet abzulegen, denn das Finanzamt verlangt eine nachvollziehbare Gewinnermittlung  (Den berühmten Schuhkarton bitte nicht befüllen). Am Anfang reicht es völlig aus diese Belege als Einnahmen oder Ausgaben in einer Excel-Datei zu erfassen. Wenn Sie keine GmbH gegründet haben, machen Sie erstmal eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Das bedeutet die Ausgaben werden mit den Einnahmen verrechnet. Im besten Fall übersteigen die Einnahmen die Ausgaben – dann haben Sie einen Überschuss erzielt – Ihr erstes Geld verdient. 

Sie haben keinen Bock auf Excel? Es gibt kostengünstige Software, die Ihnen dabei hilft und es einfacher macht. Sie können auch ein Steuerberatungsbüro beauftragen. Das kostet auf jeden Fall das meiste Geld. Meine Empfehlung: Machen Sie es selbst  – Sie behalten Ihre Zahlen besser im Blick.

Die Gewinn-Ermittlung wird erst mit der Einkommensteuer eingereicht. Dazu sollten Sie sich auf jeden Fall professionelle Hilfe holen.

Fazit

Sich selbständig zu machen, bedeutet auch ins Rampenlicht zu treten. Nur wer sichtbar wird, sich in der Öffentlichkeit zeigt, kann Kundinnen und Kunden finden. Welche Kanäle Sie dafür nutzen wollen, hängt von Ihnen und Ihrer Zielgruppe ab. Machen Sie am Anfang soviel wie möglich selbst. Das spart Kosten. Wenn Sie Spaß daran haben Ihre Homepage selbst zu machen, suchen Sie sich auf jeden Fall einen guten Kurs zur Begleitung aus. Es kommt viel Technik auf Sie zu. Wenn es das Budget hergibt, suchen Sie professionelle Hilfe – ohne sich abhängig zu machen.

Das gleiche gilt für Steuern uns Buchhaltung. Eine Steuerberatung ist eine teure Lösung, eine Software reicht völlig. Auch hier kann ein kostengünstiger Kurs weiterhelfen.

Obwohl ich es nicht wirklich mag, habe ich meine Buchhaltung und Umsatzsteuer lange Jahre selbst gemacht. So merkte ich sofort, wenn die Kosten aus dem Ruder liefen. Erst wenn das Geschäft sich gut entwickelt sollten Sie darüber nachdenken, welche Aufgaben Sie auslagern wollen.

Die Angst, kein Geld einzunehmen ist verständlich und lässt nur langsam nach. Wenn Sie dran bleiben, Ihrer Zielgruppe spannende Angebote machen, dann wird auch der Umsatz folgen. Und in guten Zeiten tut es nicht weh etwas auf die hohe Kante zu legen. Dann kann nichts schief gehen.

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Mut sich selbständig zu machen!

Welche Vorteile und Nachteile ein Existenzgründung hat – können Sie hier nachlesen.

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