Berufseinstieg – vom Studium in den passenden Job

Mai 16, 2021

Berufseinstieg nach Studium

Vor einiger Zeit kam eine junge Frau mit folgender Frage zu mir ins Coaching:

"Vor einiger Zeit habe ich mein Studium mit dem Bachelor abgeschlossen – mit guten Noten und viel positivem Feedback von den Professoren. Seitdem nehme ich in einem großen Unternehmen an einem Trainee-Programm teil. Was ich dort mache, entspricht allerdings überhaupt nicht meinen Interessen. Ich hatte gehofft, wenigstens nach der Trainee-Zeit eine attraktive Stelle zu bekommen. Am liebsten würde ich etwas mit Marketing machen. Diese Perspektive gibt es in der Firma in den nächsten drei Jahren aber definitiv nicht. Deshalb überlege ich jetzt, ob ich nicht lieber kündigen soll."

Auf meine Frage nach einem Praktikum oder Erfahrungen im Marketing erklärte die junge Frau, dass sie das Studium nicht durch Praktika hatte verlängern wollen. Außer einigen Studenten-Jobs habe sie bislang keine Berufserfahrung. Im Studium habe ihr eigentlich alles gut gefallen. Sie könne sich auch vorstellen, irgendetwas mit Personalwirtschaft zu machen. Wichtig sei nur, dass es eine spannende Aufgabe sei.


Zwei Irrtümer …

Diese Aussagen machen zwei Irrtümer von Hochschulabsolvent:innen deutlich.

Irrtum 1: „Ich muss mich im Studium noch nicht mit zukünftigen Arbeitsfeldern beschäftigen und brauche deshalb auch keine Praktika.“ Stattdessen wird das Studium möglichst schnell in der vorgesehenen Zeit „durchgezogen“. Immer wieder erlebe ich im Coaching, wie enttäuscht die Coachee sind, wenn sie feststellen, dass Arbeitgeber diese Entscheidung nicht honorieren. Der Abschluss alleine ist noch keine sichere Eintrittskarte in den Beruf. Viel wichtiger sind die praktischen Erfahrungen. Je mehr ein Bewerber:in davon vorweisen kann, desto größer sind seine Chancen auf Arbeitsmarkt.

Irrtum 2: „Ich kann alles – es muss nur spannend sein!“ Eine derartige Aussage im Bewerbungsschreiben wird keinen Arbeitgeber überzeugen. Im Gegenteil: Solche Bewerbungen werden einfach aussortiert. Auch wenn es mühsam ist: Bevor Sie sich bewerben,  sollten Sie herausfinden, welches Ihre Stärken und Fähigkeiten sind.  Welche Aufgaben Sie übernehmen möchten und was das Unternehmen bieten müsste, damit es für Sie ein attraktiver Arbeitgeber wäre.


… und drei Lösungsschritte

Zurück zu meiner Coachee. Wir erarbeiteten drei Lösungsschritte.

Lösungsschritt 1: 

Klarheit schaffen. Meine Coachee stellte eine Liste mit Aufgaben und Projekten zusammen, die ihr im Studium besonderen Spaß gemacht hatten. Gemeinsam erarbeiteten wir, welche Fähigkeiten sie dabei einsetzen und welche Stärken sie entwickeln konnte. Wir erörterten auch, inwieweit sich in den Projekten persönliche Kontakte ergeben hatten, die sie für die Arbeitssuche nutzen konnte.

Lösungsschritt 2: 

Die Zeit als Trainee nutzen. Wer eine Arbeitsstelle ohne wichtigen Grund kündigt, bekommt in der Regel eine mehrmonatige Sperrfrist von der Agentur für Arbeit und damit kein Arbeitslosengeld. Wer die Zeit finanziell nicht selbst überbrücken kann, wird gegebenenfalls zum Hartz-IV-Empfänger. Das ist keine gute Ausgangsposition, um nach einer neuen Stelle zu suchen. Für meine Coachee war es deshalb besser, die Zeit als Trainee gezielt dafür zu nutzen, Berufserfahrung zu gewinnen und die eigenen Stärken weiter auszubauen.

Lösungsschritt 3: 

In aller Ruhe nach neuen Perspektiven Ausschau halten. Wenn Sie Ihre Interessen und Vorlieben, Ihre Stärken und Fähigkeiten benennen können und Sie als Trainee verschiedene Bereiche eines Betriebs Monate kennengelernt haben, sind Sie für die Suche nach der ersten richtigen Arbeitsstelle gut gerüstet.

Wer Sie wissen, was Sie möchten, können Sie sich gezielt auf den Weg machen. Vielleicht finden  Sie im Trainee-Unternehmen Menschen, die Sie bei der Weiterentwicklung unterstützen können.

Meine Coachee nutzte die Trainee-Zeit, um mit meiner Unterstützung eine passende Bewerbungsstrategie zu entwickeln. Erfolgreich, wie sich zeigte, denn mittlerweile hat sie ihren Traumjob gefunden.

Wie ist es Ihnen mit Ihrem ersten Job ergangen? 

War es sofort die richtige Entscheidung

Sie stehen vor einer beruflichen  Entscheidung? Lassen Sie uns miteinander reden.

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