Konflikte im Team – die Rolle der Führungskraft

September 28, 2020

Vor einiger Zeit habe ich als Trainerin eine kleine Gruppe von Coaches und Mediatoren ausgebildet. Insbesondere bei unseren Mediations-Fällen – ist wieder deutlich geworden, wie schnell und aus scheinbar nichtigen Gründen Konflikte entstehen können. Konflikte zeichnen sich dadurch aus, dass die eigenen Wünsche und Interessen hinter verhärteten Standpunkten verdeckt bleiben.

Was können Führungskräfte tun, um Konflikte zu erkennen und zu lösen?

So entstehen Konflikte

Es beginnt mit einer Meinungsverschiedenheit und weitet sich zu einer handfesten Auseinandersetzung oder heftigen Streit aus – ein Konflikt ist in der Welt. Eine Führungskraft sollte daher sehr aufmerksam auf die Stimmung im Team achten und schnell handeln. Nicht hoffen, dass sich die dunklen Wolken wieder verziehen, sondern Ihre Beobachtung und die Wirkung auf Sie beschreiben. „Ich habe das Gefühl, hier liegt schlechte Stimmung in der Luft. Was ist los?“

Der Zeitpunkt, in der die Führungskraft noch eingreifen kann, ist schnell erreicht. Wenn Sie nicht mehr an das Team herankommen, kann es nötig sein, in einer professionellen Mediation den Konflikt zu lösen.

Wenn der Konflikt ungelöst vor sich hin schwelt, kann es dazu führen, dass die Konfliktparteien sich auch körperlichen Schaden zuzufügen.

Ein Konflikt eskaliert

So berichtete eine meiner Teilnehmer von einem Fall in seinem Umfeld, in dem ein Praxisteam den Tee der neuen Kollegin mit gefährlichen Arzneimitteln vergiftete – die Kollegin überlebte den „Anschlag“!

Was war passiert?

Die neue Kollegin war in den Augen des alten Teams zum Liebling des Praxisinhabers aufgestiegen. Die anderen Mitarbeiter fühlten sich vernachlässigt und nicht mehr wertgeschätzt. Sie waren eifersüchtig. Keiner aus dem Team sprach mit dem Chef. Der Praxisinhaber hatte offensichtlich gar nicht wahrgenommen, was sich da zusammenbraute.

Der Rest des Team war sind einig, die neue Kollegin muss weg. Die neue Kollegin wurde zur Zielscheibe der gemeinsamen Rache.

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Was steckt hinter dem Konflikt

Wie in diesem Beispiel stecken hinter den Konflikten oft verletzte Gefühle und Werte. Jeder Mensch verfügt über ein persönliches Wertesystem, das uns selbst oft gar nicht so bewusst ist. Um eine Lösung des Konfliktes einzuleiten, kann es also wichtig sein, das Wertesystem der Konfliktparteien zu verstehen, deren Gefühle zu erkennen und ernst zunehmen.

Weiteres Konfliktpotential liegt in der Beziehung zwischen den Mitarbeitern.

  • die neue Kollegin, der neue Kollege, den ich einfach nicht mag.
  • mit einem Arbeitsstil oder bestimmen Umgangsformen  komme ich einfach nicht zurecht
  • das Gefühl, ich muss die Arbeit meines Kollegen mitmachen, weil wer nicht da ist oder Zusagen nicht einhält
  • das Gefühl eine Kollegin schwärzt mich bei der Führungskraft an

Wenn Sie als Führungskraft „Glück haben“, finden die beiden Konfliktparteien selber einen Weg, diese Probleme zu besprechen und aus der Welt zu schaffen. Sich darauf zu verlassen, dass „die das schon untereinander regeln“, kann sich als schwerer Fehler herausstellen.

Und selbstverständlich kann auch eine Führungskraft einen Konflikt mit einem Mitarbeiter haben.

  • ich bin unzufrieden mit der Arbeitsleitung
  • ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin hat sich mir gegenüber unverschämt verhalten
  • Termine wurden nicht eingehalten.

Umgang mit Konflikten

Seinem Ärger über ein Team-Mitglied spontan Luft zu verschaffen, ist einerseits erleichternd, andererseits kann dabei auch viel Porzellan zerschlagen werden. Gönnen sie sich als Führungskraft etwas Zeit, um genau festzustellen

  • was genau stört mich am Verhalten des Mitarbeiters
  • was soll der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin in Zukunft anders machen
  • welche genauen Erwartungen haben Sie an diese Person

Dann können sie das Gespräch in Ruhe vorbereiten und in einer entsprechend sachlichen und ungestörten Atmosphäre führen. Beschreiben Sie das Verhalten das Sie stört, sagen Sie was das bei Ihnen auslöst. Bewerten Sie das Verhalten nicht. Der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin ist sich wahrscheinlich gar nicht bewusst, was das Verhalten bei Ihnen auslöst. Machen Sie keine Lösungsvorschläge. Lassen Sie Ihr Gegenüber eine eigenen Lösung entwickeln, denn nur dann wird es eine nachhaltige Verhaltensänderung geben. Hören Sie in Ruhe zu – keine Rechtfertigungen weder von Ihnen noch von Ihrem Gesprächspartner.

Ein Team-Mitglied beschwert sich über eine Kollegin / einen Kollegen. Hören Sie sich das Ganze in Ruhe an. Erklären Sie, dass Sie  mit der „anderen Seite“ zeitnah ein Gespräch führen werden, um auch deren Sicht kennenzulernen. Danach werden Sie ein Gespräch zu dritt führen, um den Ärger / den Konflikt aus der Welt zu schaffen. Hier sind Sie als Führungskraft und als neutraler Mediator gefordert.

Ihre Herausforderung als Führungskraft

Als Führungskraft brauchen Sie offene Ohren und wache Augen, um zu erkennen wie die Stimmung im Team ist oder sich verändert. Eine schlechte Stimmung als vorübergehende Erscheinung einzustufen, kann verheerende Folgen haben.

Konflikte in der Wirtschaft verursachen jährlich Milliardenschäden: durch Fehlzeiten, innere Kündigung, Dienst nach Vorschrift, Lähmung ganzer Abteilungen bis hin zur Sabotage.

Konflikte machen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krank, wenn nicht konstruktiv mit ihnen umgegangen wird. Aus ungelösten Konflikten wird Mobbing.

Langanhaltende Konflikte lassen sich kaum noch rational begründen und sind daher auch nicht rational zu lösen. Es ist die Kunst der Konfliktlösung, herauszubekommen, genau zu erkennen, welche Verletzungen hinter dem Konflikt liegen und die nicht offen angesprochen werden. Wenn Sie sich als Führungskraft von der Situation überfordert fühlen, schauen Sie nicht weg. Es gibt gut ausgebildete Mediatoren, die mit Ihnen und Ihrem Team eine Lösung finden

Mit welcher Konflikt waren Sie in der letzten Zeit konfrontiert? Schreiben Sie einfach einen Kommentar.

Lassen Sie uns miteinander reden.

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