Sie haben eine Geschäftsidee und wollen Sie jetzt verwirklichen. Dazu sollten Sie einiges bedenken.

In meinen Blogartikel "Selbständig machen – wie finde ich die richtige Idee?" habe ich schon beschrieben wie wichtig es ist, eine genaue Marktanalyse zu machen. Nur wenn Sie mit Ihren potentiellen Kundinnen und Kunden gesprochen haben, können Sie sicher sein, dass Ihre Geschäftsidee funktionieren wird.

Nach Ihrer Marktanalyse soll es jetzt ernst werden – Sie werden ein Unternehmen gründen.

Jetzt beginnt der anstrengende Teil. Businessplan und Behörden-Dschungel.

Von der Geschäftsidee zum Businessplan

Sie haben sich entschlossen aus der Idee ein Business zu machen. Nun geht es darum, sich der Realität zu stellen und einen Business-Plan aufzustellen.

Ein Businessplan besteht aus zwei Teilen. Ein schriftlicher Teil, in dem Sie detailliert Ihre Geschäftsidee, das Produkt oder Dienstleistung, Ihre Zielgruppe und die Marktsituation beschreiben. Was qualifiziert Sie für diese Geschäftsidee, wie soll alles organisiert werden, was tun Sie für Marketing und Verkauf. Ein

Dann kommt der wichtige Zahlen-Teil. Wie sieht Ihre Kalkulation aus, welche Kosten haben Sie (privat und geschäftlich), welche Umsätze werden Sie erzielen, wie sieht Ihr Finanzbedarf aus und wie decken Sie diesen Bedarf.

Der Zahlen-Teil des Businessplans bildet eine Entwicklung von mindestens drei Jahren ab. Dieser Businessplan ist sozusagen ihr Controlling-Tool. Sie können damit die Entwicklung Ihres Unternehmens im Auge behalten.

Wenn diese Planung abgeschlossen ist und alles wirklich tragfähig ist, sollten Sie sich um diese Dinge kümmern

Gewerbe anmelden? Oder nicht?

Jeder geschäftsfähige, volljähriger Mensch in Deutschland kann ein Unternehmen gründen. Wer sich schon vorher den Traum einer eigenen Firma erfüllen möchte, braucht eine entsprechende Ermächtigung der Eltern bzw. der gesetzlichen Vertreter. Diese muss anschließend noch durch ein Familiengericht genehmigt werden.

Die meisten Unternehmen in Deutschland müssen Gewerbesteuer zahlen. Diese Steuer wird von der Gemeinde erhoben, in der das Unternehmen gemeldet ist. Damit die Gemeinde Gewerbe-Steuer erheben kann, müssen Sie - je nach Geschäftsidee - ein Gewerbe anmelden. Es gibt Gewerbe-Bereiche, die können Sie nur mit einer staatlichen Erlaubnis ausüben, z.B. bei der Geschäftsidee Immobilien-Makler/in.

Es gibt auch Selbständige, die keine Gewerbesteuer zahlen – die sogenannten freien Berufe wie z.B. Ingenieure oder Architekten.

Wenn Sie sich im Handwerk selbständig machen wollen, müssen Sie mit der Handwerkskammer klären, wie das möglich ist. In einigen Berufen können Sie nur mit einer Meisterprüfung ein Unternehmen gründen. Auch Handwerksbetriebe müssen ein Gewerbe anmelden.

Steuern und vieles mehr

Ohne Steuernummer geht es nicht. Egal ob als Gewerbetreibender oder Freiberufler, die Steuernummer muss beim Finanzamt zum Start der unternehmerischen Tätigkeit beantragt werden. Das Finanzamt fragt auch nach Umsatzeinschätzungen, daher vorher der Businessplan. Ein entsprechender Fragebogen ist über das Elster-Portal auszufüllen.

Versicherungen

Welche Versicherungen sinnvoll und nötig sind, hängt von Ihrer Geschäftsidee ab. Auf jeden Fall brauchen Sie weiterhin eine Krankenversicherung. Auch Ihre Altersvorsorge sollten Sie im Blick behalten. Ob eine Haftpflichtversicherung oder andere betriebliche Versicherungen nötig sind, klären Sie am besten mit dem Versicherungsmakler Ihres Vertrauens.

Die Rechtsform für Ihr Unternehmen

Wenn Sie Ein-Personen-Unternehmen sind, brauchen Sie keine Rechtsform. Sie sind ein typischer Einzel-Unternehmer. Sie haften mit Ihrem persönlichen Vermögen. Weitere Rechtsformen sind z.B. GmbH, UG (haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft), GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) wenn mehre Personen gemeinsam ein Unternehmen betreiben.

Welche Rechtsform für Ihr zukünftiges Unternehmen passt, sollten Sie mit einer fachkundigen Person klären. Es hängt von Risiken und Haftungsfragen ab. Eine Übersicht der Rechtsformen erhalten Sie hier

Zuschüsse und Kredite 

Wenn Sie arbeitslos sind, können Sie einen Gründungszuschuss beantragen. Ob Sie diesen Zuschuss bekommen, entscheidet die Arbeitsagentur aufgrund Ihrer eingereichten Unterlagen. Ein guter Business-Plan (Teil 1 und Teil 2) ist meistens ein sehr überzeugendes Argument. Der Gründungszuschuss wird für sechs Monate gezahlt und muss nicht zurückgezahlt werden. Welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, erfahren Sie im Portal der Arbeitsagentur

Die KfW stellt Gründerinnen und Gründern günstige Kredite zur Verfügung. Sie finanziert Investitionen und laufenden Kosten. Der Kredit muss über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden.

Das Besondere: Die Kredite der KfW werden über Ihre Hausbank beantragt und gegenüber Ihrer Hausbank übernimmt die KfW 80% des Kreditrisikos. Die Kreditkonditionen sollten Sie sich genau anschauen und prüfen, ob ein Kredit direkt bei Ihrer Hausbank genauso gut ist. Über die verschiedenen Kreditformen und die Voraussetzungen erfahren Sie auf der Seite der KfW

Beratung

Sie wollen sich beraten lassen? Das BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) fördert Beratungen kleiner und mittlerer Unternehmen. Dazu hat sie das Programm "Förderung unternehmerischen Know-hows" aufgelegt. Unternehmen können sich von qualifizierten Beraterinnen und Beratern zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung beraten lassen. Das BAFA zahlt einen Zuschuss zum Beratungshonorar. Der Zuschuss schwankt je nach Bundesland zwischen 50% und 80%. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Details erfahren Sie auf der BAFA-Seite

Jetzt kann es losgehen

Sie haben Ihre Unternehmens-Steuer-Nummer, dann kann es losgehen mit Ihrem neuen Unternehmen. Denn die Steuer-Nummer gehört auf jede Rechnung, die Sie schreiben.

Ab jetzt heißt es die Ausgaben und Einnahmen im Blick behalten. Vergessen Sie nicht, von Ihren Einnahmen wird das Finanzamt einen Anteil in Form von Steuern wieder einsammeln. Legen Sie sich rechtzeitig ein Polster an, wenn Ihre Einnahmen anfangen zu steigen. Freuen Sie sich über steigende Umsätze und neue Kundinnen und Kunden, aber das Finanzamt nicht vergessen.

Da vieles von einem realistischen, belastbaren Business-Plan abhängt, ist eine fachkundige Beratung durchaus sinnvoll.

Viel Erfolg für Ihre Existenzgründung.

"Entspannt gründen"

Sie überlegen, ob sie sich selbständig machen wollen?

Dann ist mein Workshop "Entspannt Gründen" vielleicht eine gute Hilfe für  Sie

Es gibt einen Überblick über die wichtigsten Gründungs-Themen und wer mag kann seine Fragen stellen.

Das ganze findet live auf Zoom statt.


Hier gibt es mehr Infos Workshop „Entspannt gründen“


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  • Liebe Judith, ich finde deinen Artikel toll, der alle wichtigen Fragen bezgl. der Unternehmensgründung beantwortet. Durch meinen Beruf bekomme ich immer wieder mit, dass angehenden Selbständigen sich genau mit diesen Fragen beschäftigen. Vielleicht könntest du noch Freibeträge einfügen. Gewerbesteuer ist 2022 erst 24.500 € fällig. Bei der Umsatzsteuer ist eine Kleinunternehmerregelung möglich. Gerade für kleine Unternehmer, die am Anfang stehen, gibt es günstige Regelungen. Liebe Grüße Nicole

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