Lücken im Lebenslauf schlimm – 5 Tipps wie Sie damit am besten umgehen

September 28, 2020

Lücken im Lebenslauf oder häufige Jobwechsel sind noch lange kein Grund sich auf eine Stelle nicht zu bewerben.
Im richtigen Leben passieren Dinge, die weder ich noch Sie geplant haben.
Ein Unternehmen wird verkauft, der Vorgesetzte wird ausgetauscht, und schon müssen Sie sich beruflich neu orientieren.
Was Lücken im Lebenslauf sind und wie Sie damit am besten umgehen, erfahren Sie in meinem Blogbeitrag

Was heißt lückenloser Lebenslauf?

Der Lebenslauf ist ein wichtiges „Marketing-Instrument“ bei Ihrer Bewerbung.
Wenn Ihre berufliche Erfahrung überzeugt, habe Sie gute Chancen zu einem Gespräch eingeladen zu werden.
Der „Bilderbuch-Lebenslauf“ ist lückenlos und das sieht so aus:
Nach Ende Ihrer Schulzeit reiht sich eine berufliche Station an die andere.
Möglichst wenige Jobwechsel, eine überzeugende berufliche Weiterentwicklung.
So die Theorie.

Was sind Lücken im Lebenslauf?

Lücken sind die Zeiten, in den Sie nicht berufstätig, arbeitslos oder krank waren.
Außerdem gehören die Elternzeit / Kinder-Erziehungszeiten, private Auszeiten und Gefängnisaufenthalte dazu.
Zeiten also für die keinen Nachweis haben, was Sie tatsächlich getan haben
Alle anderen Stationen Ihres Lebenslaufes können Sie durch Arbeitszeugnisse oder andere Zeugnisse (Schule, Weiterbildung usw.) belegen.

Was gilt als Lücke im Lebenslauf?

Jeder Zeitraum von mehr als einem Monat gilt als Lücke im Lebenslauf.
Nicht jede Lücke im Lebenslauf sollte Sie erklären und den Leser sozusagen mit der Nase drauf stupsen.
Wenn die „Lücke“ weniger als sechs Monate lang ist – lassen Sie es ohne Kommentar so im Lebenslauf stehen.
D.h. die Lücke ist für den aufmerksamen Leser erkennbar, weil sie zwischen zwei Stationen in Ihrem Lebenslauf entsteht.
Bereiten Sie sich auf jeden Fall darauf vor, diese Lücke im Vorstellungs-Gespräch zu erklären.
Haben Sie „Pausen“ von mehr als sechs Monaten oder mehreren Jahren in Ihrer Berufstätigkeit,
sollten Sie dies auf jeden Fall in Ihrem Lebenslauf erklären.

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Lücke im Lebenslauf durch Arbeitslosigkeit

Heute ist es gar nicht mehr so selten, dass jemand ungewollt arbeitslos wird.
 Firmen fusionieren, werden verkauft oder reorganisiert.
Verschweigen Sie auf keinen Fall eine Arbeitslosigkeit – wenn sie länger als sechs Monate gedauert hat.
Erklären Sie kurz, wie es zur Arbeitslosigkeit gekommen ist.
 Betriebliche Kündigung, aufgrund von ……..
Sollte es Stress mit dem Vorgesetzten gegeben haben, schweigen Sie zum Grund der Arbeitslosigkeit.
Bereiten Sie aber eine gute Erklärung für das Bewerbungsgespräch vor.

Erklären Sie in wenigen Sätzen wie Sie die Arbeitslosigkeit genutzt haben. z.B. eine private Weiterbildung.
Haben Sie die Zeit genutzt, um sich klar werden über die persönlichen Ziele und Ihren zukünftigen Arbeitsplatz?
Jetzt wissen Sie, was Sie wollen und daher bewerben Sie sich jetzt gezielt oder haben sich beworben.
D.h. Sie haben sich bewusst Zeit gelassen, um auch wirklich den richtigen Job zu finden.
Vermitteln Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie ein klares Ziel vor Augen haben und die eigenen Fähigkeiten und Stärken genau kennen.

Lücke im Lebenslauf durch Krankheit

Für Krankheit gilt das gleiche wie für Arbeitslosigkeit
– erst wenn es mehr als sechs Monate sind, sollten Sie darauf um Lebenslauf hinweisen.
Vorausgesetzt Sie waren in dieser Zeit nicht beschäftigt und haben kein Arbeitslosengeld, sondern Krankengeld bezogen.

Grundsätzlich müssen Sie einem Arbeitgeber nicht erzählen, woran Sie erkrankt sind.
Führen Sie sich noch einmal genau vor Augen, wie es zur Beendigung Ihres Arbeitsverhältnisses kam – wenn es auf Grund der Krankheit war.

  • Sind Sie sich sicher, dass Sie den Belastungen an einem neuen Arbeitsplatz gewachsen sind?
  • Was macht Sie sicher?
  • Was ist anders nach der Krankheit, seit Sie gesund sind?
  • Was haben Sie aus der Krankheit gelernt?
  • Was tun Sie heute, um nicht wieder krank zu werden?

Diese Fragen sollten Sie sich ehrlich und selbstkritisch beantworten, vielleicht auch mit Feedback von Ihrem behandelnden Arzt.
Ihr möglicher neuer Arbeitgeber möchte Gewissheit darüber haben, ob Sie wirklich wieder fit sind.

Lücke im Lebenslauf durch häufige Jobwechsel

Wenn Sie Ihre Jobs häufig gewechselt haben, begründen Sie diese Wechsel – sehr kurz im Lebenslauf.
Ohne diese Informationen fängt der Leser an zu spekulieren.
Das sollten Sie auf jeden Fall verhindern.

  • Haben Sie selber gekündigt oder gab es betriebliche Gründe für die Kündigung
  • Wenn Sie selbst gekündigt haben - lassen Sie das ohne weitere Auskünfte so stehen
  • Bei betrieblichen Gründen – eine kurze Erklärung welche Ursachen es hatte

Geben Sie zu diesem Zeitpunkt nicht zu viele Informationen preis!

  • Machen Sie sich noch einmal genau klar, was Sie den Jobwechseln geführt hat.
  • Überlegen Sie, welche Lehren und Erfahrungen Sie aus den Jobwechseln mitgenommen haben
  • Bereiten Sie das Bewerbungs-Gespräch gut vor, um die Jobwechsel zu begründen.

Fassen Sie sich hierbei auf jeden Fall kurz.
Keine langen Geschichten erzählen!!

Lücke im Lebenslauf durch Elternzeit oder bewusste Auszeit

Sie haben Elternzeit / Erziehungszeit genommen?
Haben Sie vielleicht noch etwas anders gemacht, als sich um Familie und Kind zu kümmern?
Waren Sie vielleicht ehrenamtlich tätig?
Trainer/in beim Babyschwimmen oder Lesehilfe für Grundschüler?
So etwas sollten Sie auf jeden Fall erwähnen. (siehe Beispiel aus meiner Praxis)

Wenn Sie sich eine private Auszeit genommen haben:

  • was wollten Sie mit dieser Auszeit erreichen?
  • welche besonderen Eindrücke  / Erlebnisse / Erfahrungen haben Sie während dieses Auszeit gemacht?
  • was waren die größten Herausforderungen für Sie?

Lücke im Lebenslauf durch Gefängnisaufenthalt

Am schwierigsten ist  es sicherlich, einen Gefängnis-Aufenthalt zu erklären
– wenn er denn mehr als sechs Monate gedauert hat.
Erst im Bewerbungsgespräch sollten Sie über das Delikt sprechen – auf Nachfrage.
Erzählen Sie keine langen Geschichten, sondern halten Sie es knapp und präzise.
Stellen Sie in Ihrem Lebenslauf dar:

  • Wie haben Sie den Gefängnisaufenthalt genutzt?
    Wenn Sie eine Ausbildung in dieser Zeit gemacht haben, ist das natürlich eine der besten Möglichkeiten.
    Vielleicht haben Sie das eine oder andere Buch gelesen.
  • Welche besonderen Erfahrungen haben Sie in der Haft gemacht
  • Welche Lehren haben Sie aus dem Gefängnisaufenthalt gezogen
  • Warum kann ich mich als Arbeitgeber auf Sie jetzt verlassen?

Ein Gefängnisaufenthalt macht einen Bewerbungsprozess sicher nicht einfach.
Es gibt Arbeitgeber, die auch entlassende Straftäter einstellen.
Eventuell gibt es deinen Zuschuss von der Agentur für Arbeit.
Das könnten Sie vorab klären und als Argument nutzen.

Wie Sie mit Lücken im Lebenslauf umgehen

Aus meiner Sicht ist es wichtig, offen und ehrlich mit Lücken im Lebenslauf umzugehen.
Sie müssen nicht jede Lücke erklären.
Wer Ihren Lebenslauf liest, wird diese Lücken erkennen und dann Fragen stellen.
Spätestens  dann sollten Sie eine gute Antwort haben – sei es im Bewerbungsgespräch oder in einem Vorab-Telefonat.

Rein juristisch können Angaben, die nicht der Wahrheit entsprechen, ein Grund für eine Kündigung sein.
Aus meiner Sicht ist eine Lüge kein guter Start in ein neues Arbeitsverhältnis. Sie wird es stressen, denn auf keinen Fall dürfen Sie sich verplappern.

Und wie schnell kann das passieren?

Wie Lücken im Lebenslauf darstellen - Ein Beispiel aus meiner Praxis

Eine Frau – Anfang vierzig kam zu mir in die Karriereberatung
Sie hatte eine qualifizierte Ausbildung, einige Jahre anspruchsvolle Aufgaben und Verantwortung übernommen.
Aufgrund Ihrer Heirat, hatte Sie Ihren letzten Job gekündigt, war umgezogen und ab da für viele Jahre nicht berufstätig.
Ihr Mann wünschte seine Frau zu Hause, zumal sein Einkommen für beide bestens reichte.
Kinder hatte das Ehepaar nicht.

Nach ihrer Scheidung wollte und musste sie wieder arbeiten.
Daher hatte sie Ihr kaufmännisches Wissen auf den neuesten Stand gebracht und suchte nun eine Position im Controlling
Bisher war sie bei ihren Bewerbungen nicht erfolgreich.
Die lange Auszeit fiel ihr – trotz guter Qualifikation – immer wieder auf die Füße.
Das sollte sich durch die Karriereberatung ändern.

Unser Weg
Mich interessierte, wie sie ihre Tage aus „Hausfrau“ denn verbracht hatte.
Sie erzählte mir,

  • dass sie  ehrenamtlich große Veranstaltungen organisiert hatte – inklusive Planung und Vermarktung.
  • sie hatte ihren Vater im Sterben begleitet
  • ein größeres Immobilienvermögen verwaltet.

Alle diese Aktivitäten nahmen wir in ihren Lebenslauf auf, denn aus diesen Tätigkeiten lassen sich
viele Fähigkeiten und Stärken ableiten, die auch zum Aufgabenfeld des Controllings passen.
Mit dem neuen Lebenslauf wurde sie nun endlich zu ersten Bewerbungsgesprächen eingeladen.

Auf einmal war es für die Unternehmen spannend über das zu reden, was sie an sehr speziellen Erfahrungen mitbrachte.
Und es dauerte nicht mehr lange und der passende Job im Controlling war gefunden.

Fazit

Nicht jede lange Studiendauer und jede Auszeit muss ich im Lebenslauf erklären.
Überlassen Sie es auch der Aufmerksamkeit und Neugier des Lesers, Sie danach zu fragen.
Wichtig:
Wenn Sie gefragt werden, sollten ihre Auszeit erklären können.
Erfinden Sie keine langen Geschichten, sondern geben Sie eine klare, nachvollziehbare Erklärung Ihrer „Lücke“ im Lebenslauf.

Stellen Sie sich die Fragen, die Sie hier im Artikel finden und geben Sie sich eine ehrliche Antwort.
Stehen Sie zu Ihren Lücken im Lebenslauf – sie sind das besondere an Ihnen und Sie haben gute Gründe für jede einzelne Lücke.

Betrachten Sie sich als Opfer, sondern suchen Sie das positive an der Lücken in Ihrem Lebenslauf.
Lassen Sie nicht davon abhalten Ihren Traumjob zu suchen und zu finden.

Herzliche Grüße - Ihre Judith Eggers

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