Die besten Antworten auf diese sechs Fragen im Vorstellungsgespräch

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Ein Vorstellungsgespräch ist für beide Seiten eine stressige Situation.

Das Unternehmen will guten Eindruck machen. Es geht darum die richtige Person für den Job zu finden. Daher möchte er möglichst viel über die Person erfahren. – Fehlentscheidungen sind teuer.

Die Bewerberin / der Bewerber möchte sich gut darstellen und möglichst viel über den Job und das Unternehmen erfahren. Eine Kündigung während der Probezeit sieht im Lebenslauf nicht gut aus.

Also beginnt das Fragen-und-Antworten-Spiel

Was sind die besten Antworten auf diese sechs Fragen:

  1. Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?
    (Was unterscheidet Sie von anderen?)
  2. Was sind Ihre Stärken
  3. Was sind Ihre Schwächen?
  4. Wie verhalten Sie sich unter Stress - was bringt Sie in Stress?
  5. Warum möchten Sie ausgerechnet hier arbeiten?
  6. Was machen Sie in Ihrer Freizeit


Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?

Eine dieser beliebten Killer-Fragen – eine Aufforderung sich nackig zu machen.

Wird Ihnen diese Frage am Beginn eines Bewerbungsgesprächs gestellt, ist das zwar keine geniale Einleitung, aber es gibt Ihnen die Chance von Ihren beruflichen Erfolgen zu berichten. (Zu beruflichen Erfolgen, ein paar Tipps weiter unten)

Anders ist es in diesem Fall:
Sie haben sich ausführlich im Ihren Gesprächspartner über Ihre Fähigkeiten, Ihre Erfahrungen und Ihr Fachwissen ausgetauscht.

Wenn jetzt die Frage auftaucht:
Warum sollten wir Sie ausgerechnet einstellen?

Dann fangen Sie bitte nicht damit an, noch einmal Ihre besonderen Kenntnisse usw. aufzuzählen.
Das macht Sie klein und Sie verlassen die Augenhöhe.

Stellen Sie eine Gegenfrage:
(Ich weiß. eine Frage beantwortet man nicht mit einer Gegenfrage)

  • Sie haben mich jetzt kenngelernt, was spricht aus Ihrer Sicht dagegen mich einzustellen?
  • Was genau möchten Sie noch wissen, um eine Entscheidung treffen zu können?

Geben Sie den Ball zurück in das Spielfeld Ihres Gesprächspartners.

Je nachdem was Sie für einen Eindruck von dem Vorstellungsgespräch gewonnen haben, kann jetzt auch der Punkt gekommen sein, das Gespräch zu beenden.

„Ich habe dem, was Sie jetzt von mir wissen, nichts mehr hinzuzufügen.
Ich möchte das Gespräch an dieser Stelle beenden.“

Sie werden den Job wahrscheinlich nicht bekommen – wollen Sie ihn überhaupt?

Sie sind als Bewerberin oder Bewerber so gut, dass Sie eingeladen wurden.
Sie müssen sich nicht klein machen.
Am Ende muss der Job und das Unternehmen zu Ihnen passen.

Die gleiche Strategie gilt übrigens auch für die Frage:
Was unterscheidet Sie von anderen?


Was sind Ihre Stärken

Diese Frage gehörte zu meinem Standards. Es ist eine tolle Frage, um herauszubekommen, wie gut sich mein Gegenüber selber kennt.

Die richtige Antwort, sind Beispiele aus Ihrem beruflichen Alltag.
Situationen, die Sie erfolgreich gemeistert haben und die belegen, dass Sie z.B. gut organisieren können.

Ein Beispiel:
Während meiner Zeit als Angestellte, hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einem amerikanischen Start-Up Unternehmen.
Das Gespräch eine Mischung aus Englisch und Deutsch.
Ich wurde ziemlich kurzfristig eingeladen und wußte wenig über das Unternehmen.

Am Ende der Unterhaltung war für mich klar – ich will den Job.
Den bekomme ich aber nur, wenn ich mein nächstes Interview auf Englisch mit dem Geschäftsführer führen kann.

Als ich zu Hause war, habe ich sofort einen Lehrer gesucht, Einzelunterricht genommen und gepaukt.
Zwei Wochen später habe ich alle sehr beeindruckt mit meinen Englisch-Kenntnissen.

Ich habe den Job bekommen. Einer meiner besten Jobs!!

Was glauben Sie welche meiner Stärken kommt hier zum tragen?

Gehen Sie so vor:

  • Suchen Sie nach beruflichen Erfolgen. (Vertreiben Sie die Misserfolge)
  • Schreiben Sie sich diese Erfolgsgeschichten am besten auf.
  • Welche Sie Ihrer Fähigkeiten und Stärken hat Sie zum Erfolg geführt (auch aufschreiben!!)

Und genau diese Erfolge beschreiben Sie, wenn Sie nach Ihren Stärken gefragt werden.
Ihr Gesprächspartner bekommt einen bleibenden Eindruck von Ihnen, Ihren Fähigkeiten und Stärken.
Auch Ihre persönlichen Werte spiegeln sich in diesen Geschichten.


Was sind Ihre Schwächen?

Diese Frage habe ich als Personalleiterin nie gestellt, denn eine ehrliche Antwort bekomme ich auf keinen Fall. Wozu also Zeit verschwenden.

Aber es gibt eine Möglichkeit

Ich habe ein Schwäche:
Weingummi – ist die Tüte erstmal geöffnet, dauert es nur kurze Zeit und sie ist leer.

  • Haben Sie auch eine „echte“ Schwäche?
    Zum Beispiel ab  und zu eine teure Zigarre mit einem guten Rum oder dunkle Schokolade mit einem edlen Rotwein?
  • Sind Sie der Technikfreak, der immer das neueste Smartphone braucht oder den ultimativen Plattenspieler suchen für Ihre umfangreiche Sammlung von Vinylplatten?
  • Oder zieht Sie jeder Schuhladen magisch an?

Versuchen Sie es im nächsten Vorstellungsgespräch mal mit einer Ihrer echten Schwächen.
Sie werden Ihre Gesprächspartner lächeln sehen.

Danach ist das Thema Schwächen meist vom Tisch, so war es bei 95% meiner Klienten.
Falls Sie ihr Gegenüber sehr hartnäckig ist, haben Sie noch eine eher berufliche Schwäche parat.

Zum Beispiel: ich arbeite sehr genau, daher brauche ich manchmal etwas länger als andere.
Achten Sie darauf, dass die Schwäche nicht eine der Anforderungen an die Stelle betrifft.
Sonst könnte es ins Auge gehen.

Aber in meiner langjährigen Tätigkeit als Karrierecoach ist das nur sehr selten so gewesen.
Das Lächeln überwiegt – probieren Sie es einfach aus!


Wie verhalten Sie sich unter Stress - was bringt Sie in Stress?

Antworten Sie ehrlich auf diese Frage.
Schützen Sie sich selbst vor Frust und Krankheit.

Wenn Ihr Gegenüber weiß, was Sie stresst und wie Sie auf Stress reagieren,
kann er einschätzen, ob der Job zu Ihnen passt.
Wenn der Job genau in Ihr Stress-Muster passt, ist er nicht der richtige für Sie.

Machen Sie vor dem Bewerbungsgespräch eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Was genau stresst mich an meinem  jetzigen Arbeitsplatz , hat mich an früheren Arbeitsplätzen gestresst.
  • Wie genau sind Sie mit dem Stress umgegangen?
    Haben Sie sich eine Prioritäten-Liste erstellt?
    Konnten Sie Aufgaben an andere Kollegen abgeben?
    Haben Sie den Stress mit nach Hause genommen oder konnten Sie abschalten?


Warum möchten Sie ausgerechnet hier arbeiten?

  • Was genau interessiert Sie an dem Jobangebot?
    Geht es um Geld oder die Tätgkeit?
  • Was versprechen Sie sich von dem Job?
    Können Sie neues dazu lernen oder endlich Ihre Sprachkenntnisse einsetzen?
  • Was wissen Sie über das Unternehmen?
    Welche Produkte, welche Branche, Unternehmenskultur, Anzahl der Mitarbeiter, Umsatz
  • Warum ist dieses Unternehmen so reizvoll für Sie?
    Gefallen Ihnen die Produkte, spricht Sie etwas an auf der Homepage?
    Können Sie mit jemanden sprechen, der das Unternehmen kennt?
    Diese Antworten geben Sie sich am besten selbst, bevor Sie eine Bewerbung abschicken


Was machen Sie in Ihrer Freizeit

Die Antwort auf diese Frage will gut überlegt sein.

  • Haben Sie zu viele Hobbies (Segeln, Surfen, Reisen, Golfspielen) kann schnell der Eindruck entstehen,
    Ihre Freizeit ist Ihnen wichtiger als Ihre Arbeit.
  • Wenn Sie Lesen angeben, rechnen Sie mit der Nachfrage:
    Welches Buch lesen Sie den aktuell? (Lesen ist oft ein Notfall-Hobby)
  • Betreiben Sie eine Sportart mit einem hohen Verletzungsrisiko (wie Fußball, Handball),
    denkt das Unternehmen schnell an Krankheit und Lohnfortzahlung – könnte also ein Grund sein, Sie nicht einzustellen.
  • Haben Sie ein Ehrenamt wie Feuerwehr oder THW muss das Ihr zukünftiger Arbeitgeber wissen.

Sie entscheiden an dieser Stelle, was Sie von sich erzählen wollen.

Fazit

Sie sind keine Bittstellerin / kein Bittsteller.
Sie haben ein gutes Angebot im Gepäck - sich selbst mit Ihren Fähigkeiten und Stärken!
Gehen Sie mit Selbstbewusstsein in Ihr nächstes Vorstellungsgespräch

Welche Fragen haben Sie in Ihrem Vorstellungsgespräch überrascht?
Schreiben Sie gern einen Kommentar zu diesem Beitrag.


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