Bewerbungsprozess – mit Achtsamkeit Stress reduzieren

Stress reduzieren

Vor einigen Jahren hielt das Konzept der achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction – MBSR) des Molekularbiologen Jon Kabat-Zinn Einzug in die Personalabteilungen der Unternehmen. Was heute erfolgreich im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung eingesetzt wird, kann auch im Recruiting neue Wege aufzeigen. Der achtsame Umgang mit sich selbst und anderen beruht auf dem Prinzip, sich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren, präsent zu sein und das, was geschieht, auf sich wirken zu lassen, ohne es sofort zu bewerten. Das reduziert Stress und führt zu einem tieferen Verständnis von sich und anderen.

In Vorstellungsgesprächen ermöglicht diese Haltung, sich ganz auf das Gegenüber einzulassen, genau hinzuhören und genau hinzuspüren. Gerade letzteres ist entscheidend: Denn ebenso wichtig wie die Frage, ob das Profil eines Bewerbers zu einer ausgeschriebenen Position passt, ist die Frage, ob die Chemie zwischen der (zukünftigen) Führungskraft und dem (zukünftigen) Mitarbeiter stimmt. Beides gemeinsam bildet den Grundstein für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Als Führungskraft können Sie einen Recruiting-Prozess entlang dieser drei Eckpunkte achtsam gestalten:

Erstens: Konzentration

Konzentrieren Sie sich auf das Gespräch. Sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Schalten Sie Ihr Smartphone aus. Blättern Sie nicht parallel in den Bewerbungsunterlagen. Murmeln Sie nicht mit dem Kollegen, der neben ihnen sitzt. Hören Sie stattdessen aufmerksam zu. Lassen Sie das Gespräch auf sich wirken.

Zweitens: Aufmerksamkeit

Seien Sie im Vorstellungsgespräch wirklich präsent und mit Ihren Gedanken im Hier und Jetzt. Was vorher war und was danach kommt, spielt in diesem Moment keine Rolle. Schweifen Sie mit Ihren Gedanken nicht schon zum nächsten Gespräch. Sinnieren Sie nicht über noch zu erledigende Aufgaben nach. Schauen Sie Ihr Gegenüber an und signalisieren auch durch Ihre Körperhaltung, dass sie offen und zugewandt sind.

Drittens: Zeit

Planen Sie nicht nur ausreichend Zeit für die Bewerbungsgespräche ein, sondern auch für die Pausen zwischen den Gesprächen. So haben Sie die Gelegenheit, sich zwischendurch zu entspannen und neue Energie zu tanken. Nur dann können Sie sich wieder mit der gebührenden Aufmerksamkeit dem nächsten Bewerber zuwenden.

Mit diesen drei Eckpunkten sorgen Sie für eine gute Entscheidungsgrundlage. Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, aus der Vielzahl der geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten die richtige Person für Ihr Team auszuwählen.

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