Vorstellungsgespräch – So begründen Sie Ihren Jobwechsel

Oktober 15, 2021

Vorstellungsgespräch

Endlich ist es soweit - Sie sind zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Aber wie begründen Sie Ihren Jobwechsel? Dazu ein paar Tipps von mir.

Das Vorstellungsgespräch ist ein wichtiger Schritt im Bewerbungsprozess. Jetzt haben Arbeitgeber und Bewerber / Bewerberin die Chance mehr übereinander zu erfahren.

Für den Arbeitgeber ist es wichtig einen Eindruck zu bekommen: wie motiviert ist sein Gegenüber für den zukünftigen Arbeitsplatz? Hat er / sie sich mit dem Unternehmen und den Produkten oder Dienstleistungen auseinandergesetzt?

Für die Bewerberin oder den Bewerber geht es neben der Selbstdarstellung auch darum, mehr darüber zu erfahren, wie die Aufgaben genau aussehen und wie das Unternehmen "tickt"

Denn am Ende wollen beide Seiten eine gute Entscheidung treffen. 


Gute Gründe für das ausgewählte Unternehmen

Es ist der Klassiker in jedem Auswahlgespräch:

 „Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?“

Die  Antwort darauf sollten Sie sich geben - bevor Sie Ihre Bewerbungsunterlagen abschicken.

  • Was genau interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle? 
  • Möchten Sie die beschriebenen Aufgaben wirklich jeden Tag machen müssen?
  • Was spricht Sie an, wenn Sie die Homepage  des Unternehmens betrachten?
  • Warum möchten Sie Teil dieses Unternehmens werden?
  •  Finden Sie die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens spannend?

 Je aufrichtiger Sie zu sich selbst sind, umso überzeugender wirken Sie auch im Gespräch.  


Gute Gründe für den Stellenwechsel

Sie wechseln die Stelle aus freien Stücken? Dafür gibt es gute Gründe, die Sie im Gespräch ausführen können.

Sie möchten endlich am gleichen Ort leben wie Ihr Partner / Ihre Partnerin

Das ist ein nachvollziehbarer Grund, aber Vorsicht
Sie sind eine Frau?  Je nach Alter - kann bei ihrem Gegenüber der Gedanke auftauchen "und dann wird sie schwanger". Der Arbeitgeber darf zwar nicht nach einer Familienplanung fragen, aber  .......

Wenn das der Grund für den Wechsel ist, würde ich es eher so formulieren: 

Mein Partner / meine Partnerin hat hier einen tollen Job (gefunden). Mir gefällt dieser Ort mittlerweile auch sehr gut, und so habe ich mich entschieden, hier einen Job zu suchen.

Sie sehen bei ihrem jetzigen Arbeitgeber keine Möglichkeit mehr sich weiterzuentwickeln.

Wenn Sie keine Chance zur Weiterentwicklung sehen, überprüfen Sie schon vorab kritisch, ob die neue Position tatsächlich einen Fortschritt darstellt.

Wenn das so ist, beschreiben Sie genau, wo Sie die Entwicklungs-Möglichkeiten sehen. Fragen Sie nach, ob Sie mit Ihrer Einschätzung richtig liegen.

Sie haben eine befristete Projektstelle?

Wenn Sie eine befristete Stelle haben, erklären Sie nachvollziehbar warum diese Stelle nicht verlängert wird. Warum Sie keine Chance auf Übernahme haben.

Sie wollen nicht bei dem Unternehmen bleiben? Dann könnte eine Begründung sein: Während der Beschäftigung ist mir klar geworden, dass ich in dem Unternehmen nicht die passenden Aufgaben finde. 

Jetzt können Sie auf die Aufgaben aus der Stellenanzeige eingehen und erklären, warum sie Ihnen so gut gefallen.

Der Job wurde gekündigt?

Sie haben eine Kündigung erhalten und sind nun auf Jobsuche? Am besten gehen Sie mit dieser Situation offen um. Rechnen Sie aber damit, dass die „betriebsbedingte Kündigung wegen Umstrukturierung“ im Bewerbungsgespräch hinterfragt wird.

Der Arbeitgeber wird wissen wollen: Warum wurde ausgerechnet Ihnen gekündigt? (Waren Ihre Leistungen doch nicht so gut, wie es die Bewerbungsunterlagen vermuten lassen?)

Bevor Sie sich auf die Jobsuche machen, machen Sie eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Haben Sie die unfreiwillige Trennung bereits verarbeitet?  
  • Sind Sie schon bereit für neue Aufgaben?
  •  Sind Sie noch im „in-der-alten-Firma-war-alles-besser“-Modus?

Sie können das sehr gut feststellen, wenn Sie einem Freund oder einer Freundin erzählen, warum Sie Ihren Job verloren haben. Achten Sie dabei auf Ihre Gefühle:

Zittert Ihre Stimme dabei? Würden Sie am liebsten losheulen? - Dann lassen Sie sich noch etwas Zeit. Gewinnen Sie Ihr Selbstvertrauen erst einmal zurück. Spätestens wenn Sie im Vorstellungsgespräch gefragt werden, warum ausgerechnet Ihnen gekündigt wurde – werden diese Emotionen Sie überrollen. Damit sinken Ihre Chancen eingestellt zu werden.

Bewerben Sie sich nicht wahllos auf Stellenbeschreibungen. Arbeitgeber haben eine gute Einschätzung, ob jemand händeringend einen neuen Job sucht oder wirkliches Interesse an einer Stelle hat.  Wenn Sie alles machen – egal was es ist – Hauptsache es bringt Geld, dann werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit immer wieder Absagen erhalten. Durch diese Absagen werden Sie immer unsicherer. Ihre Chancen auf einen neuen Job immer schlechter.


Darüber sollten Sie nicht sprechen

Nicht alle Gründe für einen Jobwechsel sind gute Gründe, um sie im Vorstellungsgespräch anzubringen.

Sie kommen mit Ihrem Chef nicht klar?

Was hat Sie an Ihrem Chef / Ihrer Chefin gestört? Wurde Ihnen alles haarklein vorgeschrieben?  Dann könnten Sie darüber sprechen, dass Sie jetzt mehr Verantwortung übernehmen möchten.

Mit den Kollegen und Kolleginnen war es schwierig?

Im Team herrschte Konkurrenzdruck und Misstrauen? Dann könnten Sie darüber sprechen, dass Sie eine offene und konstruktive Zusammenarbeit schätzen.

Ihre guten Leistungen wurden nicht anerkannt?

Haben Sie wirklich alles getan, damit jeder wusste was Sie geleistet haben? Fragen Sie im Gespräch danach, woran das Unternehmen gute Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen erkennt.

Ausgerechnet Sie zu kündigen war eine krasse Fehlentscheidung?

Wie realistisch ist Ihre Einschätzung? Woran machen Sie das fest? Lernen Sie daraus, aber schweigen Sie darüber.

Ob Sie aus nachvollziehbaren Gründen oder gezwungenermaßen die Stelle wechseln: Diese goldene Regel sollten Sie im Bewerbungsprozess immer beachten:

Schlechtes über den bisherigen Arbeitgeber gehört weder in ein Bewerbungsschreiben noch ins Bewerbungsgespräch.

Reden Sie in einem Vorstellungsgespräch nie schlecht über das Unternehmen, bei dem Sie arbeiten oder gearbeitet haben. Das wird Ihnen jeder neue Arbeitgeber übelnehmen. Bleiben Sie bei sich und Ihrer Motivation für den neuen Job.


Welche Erfahrungen haben Sie in Vorstellungsgesprächen gemacht?

Was was besonders unangenehm? Was war angenehm?


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