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Mein beruflicher Wendepunkt – Wie eine Kündigung mein bestes Karrieregeschenk wurde 

aktualisert: 

13. Mai 2026

Für eilige Leser

Eine Kündigung in der Probezeit. Unverschuldet, extern ausgelöst, trotzdem ein Schock. Was folgte, war kein gerader Weg, sondern ein Prozess:
Eine Coaching-Ausbildung, die Erkenntnis, dass eine Anstellung meine Vorstellungen nicht erfüllen kann, und schließlich der Schritt in die Selbstständigkeit. Mit Zweifeln, aber mit Klarheit. Heute bin ich genau da, wo ich hinwollte. Dieser Artikel ist meine Geschichte und vielleicht auch ein Stück Ihre?

Mein beruflicher Wendepunkt

Die Kündigung kam per Brief. Kurz, sachlich, unausweichlich.
 
Ich wusste, dass sie kommen würde. Die Bank hatte dem Mittelständler, bei dem ich gerade als Personalleiterin angefangen hatte, klare Auflagen gemacht: Personal abbauen, Kosten senken. Wer noch in der Probezeit ist, geht zuerst. Das war ich.
 
Und trotzdem: Als der Brief vor mir lag, war ich wie gelähmt.

Wenn das Fundament wegbricht

Ich hatte alles richtig gemacht. Einen neuen Job angenommen, Verantwortung übernommen, Vollgas gegeben. Und dann hat eine Bankenentscheidung in einer Chefetage meinen Plan einfach weggefegt.
 
Das ist der Moment, den viele kennen — und über den kaum jemand offen spricht. Mir ging es nicht besser als vielen anderen in dieser Situation. Dieser erste Schock, wenn etwas Externes die eigene Karriere aus der Bahn wirft. Die Stille danach. Das Sortieren. Die Frage: Was jetzt?
 
Ich bin zum Arbeitsamt gegangen. Keine große Strategie, keine Klarheit — nur der nächste logische Schritt.
 
Dort traf ich eine Sachbearbeiterin, die zuhörte. Wirklich zuhörte. Als ich nach Weiterbildungsmöglichkeiten fragte, legte sie mir eine Coaching-Ausbildung auf den Tisch.
 
Ich weiß noch, wie ich die Unterlagen durchblätterte. Und wie etwas in mir sagte: Das ist es.

Der Moment, in dem sich alles fügt

Was mich an der Personalleiterin-Rolle immer am meisten erfüllt hatte, war nicht das Verwalten von Strukturen. Es war die Entwicklung von Menschen. Gespräche, die etwas bewegen. Führungskräfte, die nach einem klärenden Gespräch mit einem anderen Blick den Raum verlassen.
 
Die Coaching-Ausbildung war keine Notlösung. Sie war das Rüstzeug für das, was ich schon immer getan hatte — jetzt mit den richtigen Methoden und Werkzeugen dahinter.
 
Also startete ich die Ausbildung.
 
Und gegen Ende bewarb ich mich wieder. Zurück in den Personalbereich, zurück in die sichere Anstellung. Ich führte Gespräch um Gespräch. Und je mehr Gespräche ich führte, desto deutlicher wurde eine unbequeme Erkenntnis:
 
Was ich mir unter guter Personalarbeit vorstellte — konsequente Mitarbeiterentwicklung, echte Führungskultur, langfristiges Denken — das ließ sich in einem unternehmerischen Umfeld kaum umsetzen. Nicht so, wie ich es wollte

Die eigentliche Entscheidung

Also stand ich vor einer neuen Frage. Nicht: Wo finde ich den nächsten Job? Sondern: Was will ich eigentlich wirklich?

Ich arbeitete die Frage gemeinsam mit einem Kollegen aus der Ausbildung durch — diesmal als Coachee, nicht als Coach. Und langsam wurde klarer, was ich innerlich schon längst wusste: Meine Vorstellungen konnte ich nur als unabhängige Sparringpartnerin umsetzen. Ohne Konzernlogik. Ohne Kompromisse, die gegen meine Überzeugungen gehen.

Mein persönliches Umfeld hat mich in dieser Entscheidung unterstützt. Das hat geholfen.

Ich hatte Zweifel — und habe den Schritt dennoch gemacht. Nicht weil die Zweifel verschwunden waren, sondern weil die Klarheit über meinen Weg größer war als die Unsicherheit.

Was ich heute weiß und damals gebraucht hätte

Ich wäre eine Lügnerin, wenn ich sagen würde, der Start war einfach.
 
Ich hatte einen Businessplan. Ich war ausgebildet. Und trotzdem war ich auf die härteste Seite der Selbstständigkeit nicht vorbereitet: sich selbst zu vermarkten. Kunden zu gewinnen. Sichtbar zu werden. Das ist eine eigene Disziplin — und niemand hatte sie mir beigebracht.
 
Wenn ich heute auf diese frühen Jahre zurückschaue, denke ich: Ich hätte jemanden gebraucht, der mich nicht nur emotional begleitet, sondern der mit mir einen wirklich tragfähigen Plan entwickelt hätte. Jemanden, der die ungemütliche Wahrheit ausspricht, bevor sie einem die Realität ins Gesicht wirft.
 
Genau das tue ich heute für andere.
 
Ich bin heute genau da, wo ich hinwollte. Nicht trotz der Kündigung damals — sondern auch wegen ihr.

Ein Jobverlust fühlt sich selten wie eine Chance an. Meistens fühlt er sich nach Niederlage an, nach Kontrollverlust, nach Fragen ohne Antworten.
 
Aber manchmal ist es genau dieser erzwungene Stopp, der den Raum öffnet für das, was eigentlich möglich wäre — wenn man den Mut hat, genauer hinzuschauen.

Fazit

Ein Jobverlust ist kein Karriereende. Es kann der Moment sein, in dem Sie zum ersten Mal wirklich innehalten, sich ehrlich fragen, was Sie eigentlich wollen. Nicht was sicher ist. Nicht was andere erwarten. Sondern was zu Ihnen passt.
 
Das braucht Mut. Und meistens braucht es jemanden, der mit Ihnen denkt, ohne eigene Agenda, aber mit klarem Blick.
Wenn Sie gerade an diesem Punkt stehen: Sie müssen das nicht alleine herausfinden.
 
Ein Jobverlust fühlt sich selten an wie eine Chance, sondern eher nach Niederlage, nach Kontrollverlust, nach Fragen ohne Antworten.
 
Manchmal ist es genau dieser erzwungene Stopp, der den Raum öffnet. Für das, was eigentlich möglich wäre. Wenn man den Mut hat, genauer hinzuschauen.