15 Fragen – für das perfekte Vorstellungsgespräch

März 25, 2021

Bewerbungsgespräch

Wenn ich mit einem Coachee Vorstellungsgespräche vorbereite, geht es auch immer um das Thema: Welche Fragen stelle ich als Bewerber:in?

Zunächst mal ist es durchaus legitim sich vorab Fragen zu überlegen. Das tut ihr Gesprächspartner:in auch. Sie dürfen auch ein Block oder ähnliches mitbringen, auf dem Sie sich wichtige Fragen notiert haben und auf dem Sie sich Notizen machen.

Fragen stellen – macht das einen schlechten Eindruck?

Diese Beispiele für Fragen an ihr Gegenüber im Vorstellungsgespräch sind nicht als Verhör zu verstehen. Für manche Fragen braucht es Mut. Und ja, es kann dazu führen, dass man Sie als kritisch und selbstbewusst oder auch forsch erlebt. Aber wollen Sie in einem Unternehmen arbeiten das ihnen diese Fragen übelnimmt?

Durch ihre Fragen zeigen Sie ein echtes Interesse an einem möglichen Arbeitgeber. Wählen Sie Fragen aus, die Sie sich zutrauen, mit denen Sie sich wohl fühlen. Vielleicht fallen ihnen noch weitere Fragen ein.

Alle 15 Fragen zu stellen ist gar nicht nötig. Wichtig ist, dass Sie die Fragen stellen, die ihnen wichtig sind.



Warum verlassen Menschen ein Unternehmen?

Es sind sehr oft eine schlechte Führungskraft oder unangenehme Kolleg:innen, die Menschen dazu veranlassen sich einen anderen Job zu suchen. - Menschen verlassen Menschen und nicht das Unternehmen.

Versuchen Sie daher, soviel wie möglich über ihr Gegenüber oder ihren zukünftigen Vorgesetzten herauszubekommen. Das können Sie am besten durch Fragen erreichen.

Ich stelle Ihnen in diesem Blog 15 mögliche Fragen vor. 

Fragen zur Führungskraft

1.

Wie würden Sie das Miteinander in Ihrem Bereich / Unternehmen beschreiben?

Mit dieser Frage können Sie einen Eindruck gewinnen, wie miteinander umgegangen wird. Achten Sie auch darauf, wie ihr Gesprächspartner auf die Frage reagiert. Antwortet er/sie überzeugend oder fühlt sich er/sie sich überrumpelt

2.

Arbeiten Sie gern in diesem Unternehmen?  Wenn ja – Was gefällt ihnen an diesem Unternehmen besonders.

Natürlich wird niemand antworten, ich arbeite nicht gern in diesem Unternehmen. Was gefällt ihnen besonders, hier bekommen Sie einen guten Eindruck was ihrem Gegenüber wichtig ist. Ist es Ihnen auch wichtig?

3.

Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Ihren Mitarbeitern besonders wichtig? Wie werden Mitarbeiter in Entscheidungen eingebunden?

Die Antwort sollte ihnen einen guten Einblick in das Miteinander geben. Es sollte mehr als WischiWaschi oder irgendwelche Phrasen sein. Bewerten Sie die Antwort für sich nach dem Ende des Gesprächs

4.

Angenommen ich wäre seit einem Jahr erfolgreich in Ihrem Bereich tätig, was würde ich idealerweise erreicht haben?

So erhalten Sie ein klares Bild, an welchen Maßstäben ihre Leistungen gemessen werden und welche konkreten Erwartungen an Sie gemacht werden. – Auf diese Frage sollten Sie in keinem Fall verzichten!

5.

Wie werden Sie mir zeigen, dass Sie mit meinen Leistungen zufrieden sind?

Auch hier darauf achten, was und wie etwas gesagt wird. Hören Sie aufmerksam zu. Sind Sie mit dem einverstanden und zufrieden, was Sie gehört haben?

Fragen zum Unternehmen

6.

Wo sehen Sie das Unternehmen in 10 Jahren?

Keine Reklamesprüche sondern eine klare Aussage. Ihr Gesprächspartner:in sollte die langfristigen Ziele des Arbeitgebers kennen. Wenn nicht - kein gutes Zeichen für die Kommunikation zwischen Geschäftsleitung und Führungskräften

7.

Was sind die Stärken des Unternehmens im Vergleich zu den Wettbewerbern?

Sind die Stärken des Unternehmens für Sie schlüssig? Können Sie etwas damit anfangen? Unter Umständen nachfragen. Passen die Stärken zu ihren Vorstellungen?

8.

Welches Image hat das Unternehmen bei Kunden und Business-Partnern?

Achten Sie auch hier wieder auf Phrasen und Allgemeinplätze. Möchten Sie bei einem Arbeitgeber mit diesem Image arbeiten?

Fragen zu den zukünftigen Kolleg:innen

9.

Mit welchen Eigenschaften würden Sie Ihr Team und deren Arbeitsweise beschreiben?

Passt das was Sie hören zu ihren Vorstellungen? Möchten Sie mit diesem Team zusammenarbeiten?

10.

Welche Herausforderungen wird das Team in den nächsten Monaten zu meistern haben?

So wird für Sie klarer, was auf Sie zukommen wird. Trauen Sie sich das – ganz ehrlich – zu?

Fragen zum neuen Arbeitsplatz

11.

Warum ist die Position frei und was kann ich besser machen als mein/e Vorgänger/in?

Es ist immer gut zu wissen, warum jemand für einen Arbeitsplatz gesucht wird. Je nach Antwort kann der zweite Teil der Frage folgen:
Was kann ich besser machen als mein/e Vorgänger:in?

hier können Sie noch einmal überprüfen, ob man ihnen in Teil 1 schon die Wahrheit gesagt hat bzw. warum jemand das Unternehmen verlassen hat. Passt das zu ihren Vorstellungen vom Umgang miteinander?

12.

Warum ist diese Position für das Unternehmen von Bedeutung?

So lässt sich die Wichtigkeit der Stelle einschätzen und Sie bekommen eine Vorstellung, wer alles auf die Stelle „guckt“

13.

Worin sehen Sie die besonderen Herausforderungen der Position?

Auch diese Frage sorgt noch einmal für Klarheit, ob die Herausforderungen genau die richtigen für Sie sind. Auch Unterforderung ist Stress.

Persönliche Fragen

14.

Sie haben einen ersten Eindruck bekommen. Glauben Sie, dass ich auf diese Stelle passe? Wenn ja – aus welchen Gründen?

Holen Sie sich Feedback – jetzt wissen Sie an welchen Stellen Sie überzeugen konnten. Sind Sie zufrieden oder gibt es Nachbesserungsbedarf für die Zukunft.

14.

Gibt es eine Personalentwicklung und was sind deren Ziele und Maßnahmen?

Aus meiner Sicht ist es wichtig zu erfahren, welche Gedanken sich das Unternehmen über die eigene Zukunftsfähigkeit und die ihrer Mitarbeiter:innen macht.

15.

Wie werden Sie mich dabei unterstützen, mich auch persönlich weiter zu entwickeln?

Hat ihre zukünftige Führungskraft den Anspruch Mitarbeite:innen überhaupt weiter zu entwickeln? Welche Vorstellung von Personalführung hat er/sie?

Die Frage nach dem Gehalt, habe ich bewusst ausgespart. Sie sollten eine klare Vorstellung von Ihrem Gehalt haben und es auch benennen können.

Wenn Sie die Branche wechseln, sagen Sie ganz klar: „Ich kenne die Rahmenbedingungen nicht, mir ist es wichtig, dass die Aufgabe und das Miteinander stimmt. Was ist aus ihrer Sicht angemessen?“

Noch ein paar Tipps

Wenn Sie etwas nicht genau verstehen oder ihnen etwas unklar ist, fragen Sie sofort nach und warten Sie auf keinen Fall bis zum Ende des Gesprächs. Denn es heißt ja Vorstellungsgespräch und nicht Vorstellungsmonolog.
Durch Rückfragen signalisieren Sie: Ich habe konzentriert zugehört, ich bin selbstbewusst, ich will es verstehen oder genau wissen. Egal wie dringend Sie einen Job brauchen oder wie gern Sie diesen Job haben wollen, stellen Sie ihre Fragen und nutzen Sie das Gespräch auch von ihrer Seite für ein Kennenlernen. So gewinnen Sie mehr Klarheit und haben eine gute Basis für ihre Entscheidung – für oder gegen den neuen Job.

Auf meine Lieblingsfrage: Angenommen ich wäre seit einem Jahr erfolgreich in Ihrem Bereich tätig, was würde ich idealerweise erreicht haben? sollten Sie auf keinen Fall verzichten! Sie erkennen damit die Leistungskriterien und Anforderungen an Sie.

Zu einer guten Vorbereitung eines Vorstellungsgesprächs gehört auf jeden Fall eine gründliche Recherche über das Unternehmen. Es gibt Google und Kununu und viele andere Möglichkeiten.

Nach dem Gespräch sollten Sie zeitnah eine Gedächtnisprotokoll machen. Was ist Ihnen aufgefallen? Wie haben Sie sich während und nach dem Gespräch gefühlt? Wie wurden die Fragen beantwortet, was wurde gesagt.

Auch wenn ein Angebot noch so verlockend ist, wägen Sie ab. Auch Sie können sich aus wichtigen Gründen gegen einen Arbeitgeber entscheiden.

Wenn Sie noch mehr Fragen brauchen, hier geht es zum Download der Fragen-Liste

Viel Erfolg bei ihrem nächsten Gespräch

Welche Fragen stellen Sie am liebsten in einem Vorstellungsgespräch?

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