Typisch Frau? – So vermeiden Sie die 7 häufigsten Kommunikationsfallen im Job

November 20, 2020

Viele meiner Kundinnen sind frustriert, weil Sie bei einer Beförderung übergangen werden. Ihre Leistungen werden nicht anerkannt, Vorschläge von Ihnen werden nicht ernstgenommen. Oft haben Sie das Gefühl, sie lassen sich zu viel Arbeit „aufbürden“.

Wenn ich mit meinen Kundinnen diese speziellen Situation durchspiele, sind wir schnell beim Thema Kommunikation. Was in der Kommunikation schiefgehen kann und wie Sie damit umgehen, dazu einige Beispiele und Alternativen.

Kommunikationsfalle 1 - alles persönlich nehmen

Der Chef sagt: „An dem Konzept müssen Sie noch einiges ändern, Frau Müller!“

Der Chef meint: Es ist noch nicht rund, bitte ändern – es ist noch nicht gut genug. - Eine klare Aussage.  Frau Müller könnte jetzt nachfragen, was noch nicht rund ist.

Wird sie aber nicht, denn in ihrem Kopf läuft gerade dieser Film: „ICH war nicht gut genug, bestimmt hält er MICH jetzt für inkompetent. Mache ICH überhaupt einen guten Job?“

Eine typische Falle in die Frauen häufiger als Männer tappen. Sehr schnell beziehen sie Aussagen auf sich persönlich, statt die sachliche Information aufzunehmen.

Besser:

Achten Sie darauf, was gerade in Ihrem Kopf passiert – welche Botschaft ist bei Ihnen angekommen. Hat Ihr Chef wirklich Sie als Person kritisiert oder ging es um Ihre Arbeit. Versuchen Sie aus dem Kopfkino auszusteigen!

(Mehr dazu: Schulz von Thun – „Die vier Seiten einer Nachricht“)

Kommunikationsfalle 2 - unklare Aussagen

Beispiel 1

Frau Müller fragt ihren Kollegen: „Sollten wir nicht mal wieder ein Meeting einberufen?“ Diese indirekte Aussage wirkt unter Umständen unsicher oder sogar unterwürfig. Es scheint nicht wichtig zu sein, ob dieses Meeting stattfindet. Frau Müller ist sich nicht sicher, ob dieses Meeting wichtig ist. – Diese Botschaft kommt unter Umständen bei ihrem Kollegen an.

Besser

"Hast Du Zeit am xx.xx um 14.00 Uhr – da sollten wir das Meeting mit X,Y,Z, machen. Es ist wichtig jetzt ein paar Punkte zu klären. Passt der Termin bei Dir?“

Beispiel 2

„Der Toner müsste mal gewechselt werden“ – wer jetzt erwartet, dass irgendetwas passiert unterliegt einem großen Irrtum. Keiner fühlt sich angesprochen – wahrscheinlich müssen Sie den Toner selber wechseln. 

Besser

Wenn Sie es nicht selber machen wollen: „Wer übernimmt das Wechseln des Toners?“ – bei unfreundlichen Kollegen könnten Sie ein „Mach’s doch selber“ zur Antwort bekommen - aber das ist dann ein anderes Thema.

Beispiel 3

„Wäre es Ihnen möglich, mir die Unterlagen heute noch vorbei zu bringen?“. Für viele Frauen ist das eine höflich gestellte Frage. Bei Ihrem Gegenüber kommt unter Umständen das an: „Ich brauche die Unterlagen nicht unbedingt heute. Es geht auch morgen noch.“

Besser

„Ich brauche die Unterlagen heute bis 15.00 Uhr. Schaffen Sie das? Es ist sehr wichtig, da ich bis 18.00 Uhr eine Präsentation vorbereiten muss.“ Sollte Ihr Ansprechpartner es bis 15.00 Uhr nicht schaffen, können Sie darüber reden und eine Lösung suchen.

Kommunikationsfalle 3 - der verflixte Konjunktiv

Frauen drücken sich, oft viel vorsichtiger aus. Sie verwenden mehr Weichmacher wie „vielleicht“, „wahrscheinlich“ und „eventuell“.

Ein Beispiel:

Frau Müller: „Was würdet ihr davon halten, bei der Mitarbeiterbefragung neben den üblichen Bewertungen noch einen offenen Fragebereich zu machen, damit wir ein besseres Bild von der Stimmung bekommen?“

So wie Frau Müller ihre Aussagen formuliert, signalisiert sie Unsicherheit, stellt ihr Anliegen zur Diskussion. Sie versucht ihre Kollegen mitzunehmen - was nicht klappen wird. Die Kollegen lassen sich von jemanden der unentschieden wirkt nicht überzeugen.

Besser

Frau Müller: “Damit wir ein besseres Bild von der Stimmung der Mitarbeiter bekommen, ergänzen wir den Fragebogen am besten durch einen Kommentarteil für offene Fragen. Was haltet ihr davon?”

Kommunikationsfalle 4 - zu schnell ja sagen

Für mich eine Sache, die ich sehr lange üben musste. Ich weiß nicht, ob alle Frauen mit dem Helfer-Gen ausgestattet sind – ich bin es. Kennen Sie das: Ihr Kollege kommt mit dem Satz:

„Du kennst Dich doch gut aus, kannst Du mir kurz helfen?... oder: „Ich habe eine Frage“

So können Sie reagieren:

Jetzt heißt es standhaft bleiben:

 „Es tut mir leid, im Moment habe ich keine Zeit. Wenn Du willst komm doch nochmal um 15.00 Uhr vorbei, dann habe ich eine halbe Stunde Zeit. Reicht das?”


Kommunikationsfalle 5 - nicht Nachfragen

Ihr Chef legt Ihnen Unterlagen auf den Tisch – „Können Sie das bitte erledigen“ – und schon lassen Sie alles andere liegen?

So können Sie reagieren:

Fragen Sie immer erst: "Wie eilig ist es ? Bis wann soll ich es erledigen?" - „Wenn ich es sofort mache, dann muss ich yx liegen lassen und es wird nicht rechtzeitig fertig werden. Ist das in Ordnung?" Nicht sofort loslegen, sondern nachfragen, Prioritäten / Dringlichkeit klären. Ihren Arbeitsablauf können Sie so besser planen. Das erspart Ihnen Überstunden und unnötigen Stress.


Kommunikationsfalle 6 - Lob nicht annehmen

Vielen Frauen fällt es schwer, Lob anzunehmen. Ich habe das in einem Ferienjob gelernt. Meine Chefin kam aus dem langen Wochenende zurück und ich hatte auftragsgemäß die ganze Ablage erledigt. Sie kam aus ihrem Büro: „das haben sie toll gemacht – vielen Dank ich freue mich total.

Meine Antwort: „Da nicht für“ – und meiner Chefin platzte der Kragen: „Ich sage Ihnen, dass ich mir Ihrer Arbeit zufrieden sind und bekomme so eine lapidare Antwort! Was für eine Missachtung“. Danach konnte ich mit Lob umgehen und das „Da nicht für“ gehört heute nicht mehr zu meinem Wortschatz.

Wenn Sie also ehrlich gelobt werden, freuen Sie sich. Ihre Arbeit wird wertgeschätzt und anerkannt. Es gibt keinen Grund die eigene Leistung abzuwerten. Warten Sie nicht darauf, dass Ihre Leistungen entdeckt werden. Sprechen Sie selbstbewusst über Ihre Erfolge und wenn Sie gelobt werden, hat jemand Ihre Leistungen auf jeden Fall wahrgenommen.


Kommunikationsfalle 7 - Fragen stellen

Frauen gehen mit Fragen unbefangener um als Männer. Sie fragen, wenn sie etwas nicht wissen, wenn sie unsicher sind, wenn sie etwas nicht richtig verstanden haben. Ihre Meinung: Das spart Zeit und verhindert Fehlentscheidungen.

Frau Müller sagt auf dem Elternabend: „Ich denke, Herr Weber ist der Richtige für die Position des Elternsprechers. Finden Sie nicht auch?“ Die Art der Rückfrage, kann als Unsicherheit ankommen. Frauen haben eher die Tendenz sich nicht mit breiter Brust vorne hinzustellen, sondern wollen die anderen mit ins Boot holen.

Besser

“Für mich ist  Herr Weber der richtige Mann für die Position des Elternsprechers” - Klare Ansage - klare Kante.

Für mich sind Fragen kein Zeichen von Schwäche, es ist eine Frage der Formulierung. Ideal ist es, wenn  Sie sich thematisch vorbereiten und gezielte Fragen stellen. Es ist wichtig zu entscheiden: Welche Frage bringt mich weiter? - Was will ich wirklich wissen? Vielleicht kennen Sie das - endlich ist das Meeting fast zu Ende und dann meldet sich Herr Mayer mit einer dieser endlosen und unnötigen Fragen. - So bitte nicht.

Über mich



Sie kennen mein Motto?  

Wer fragt, kann unendlich viel lernen.. 

In welche Kommunikationsfalle tappen Sie am liebsten? Schreiben Sie gern einen Kommentar oder eine E-Mail.

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